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Impulse 2020 - Die Zukunft der Umweltpolitik
Foto: BMLFUW/HOPI MEDIA

IMPULSE 2020 - Umweltpolitik in der Globalisierungsfalle?

Die Herausforderungen und Trends der internationalen Umweltpolitik in den nächsten Jahren erörterte Umweltminister Josef Pröll gemeinsam mit internationalen UmweltexpertInnen am 31. Mai 2005 im Wiener Uniqua Tower. Die Veranstaltung war Auftakt zur Gesprächsreihe "IMPULSE 2020" und wurde moderiert von Monika Langthaler.

Gemeinsam mit Umweltminister Josef Pröll diskutierten Sue Tierney, geschäftsführende Direktorin der Analysis Group und ehemaliges Mitglied der Clinton Regierung, Jacqueline McGlade, der Geschäftsführerin der Europäischen Umweltagentur,  sowie und Geschäftsführerin der Firma Brainbows über moderne Umweltpolitik im Kontext der Globalisierung.
 
Als Hauptumweltproblem wurde von Sue Tierney, geschäftsführender Direktorin der Analysis Group und ehemaliges Mitlied der Clinton Regierung, die Klimaerwärmung mit ihren Auswirkungen auf alle Ökosysteme der Erde identifiziert. Tierney betonte die Vorreiterrolle Europas gegenüber den USA durch die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls und forderte internationale Anstrengungen zur Minderung des Treibhausgasausstoßes, wobei Energieeffizienz eine zentrale Rolle.
 
Das Weltklima werde insbesondere die rasante wirtschaftliche Entwicklung Indiens und Chinas aber auch anderer Entwicklungsländer belasten. Umweltminister Josef Pröll betonte an dieser Stelle die Notwendigkeit, der globalen Wirtschaftspolitik auch eine globale Umweltpolitik zur Seite zu stellen. Hier gelte es, Intitiativen und Strategien zu erarbeiten, durch die der klassische Zielkonflikt "Umweltschutz kontra Wirtschaftsinteressen" vermieden werden könne.
 
Die Geschäftsführerin der Europäischen Umweltagentur, Jacqueline McGlade, wies auf die weltweit drastischen Auswirkungen der Umweltverschmutzung vor allem auf Kinder hin. 60 Prozent aller Krankheiten bei Kindern seien umweltbedingt. Darüber hinaus sei es notwendig, mit Ressourcen schonender zu wirtschaften und Innovationen zu nutzen.
 
Bjorn Lomborg, Wissenschaftler und Autor von "The Skeptical Environmentalist" plädierte für Maßnahmen bei Luftreinhaltung und im Gesundheitsbereich. Aus seiner Sicht stellt die Klimaveränderung nicht das größte Problem dar, da die wirtschaftliche Entwicklung in allen Teilen der Welt automatisch auch zur Verbesserung der Umweltsituation führe.
 
Hans Haider, Verbund-Generaldirektor und Präsident von Euroelectric unter Moderation der ehemaligen Nationalratsabgeordneten betonte die Bedeutung eines sparsamen Umgangs mit Energie, damit Österreich nicht zu abhängig von Strom-Importen wird. Für die aufstrebenden Entwicklungsländer empfahl er, saubere Energiesysteme zu forcieren.
 
Die Ergebnisse der Diskussion stellen die Basis für Round-Table-Gespräche mit VertreterInnen von Wirtschaft und NGOs dar. Dabei soll die Rolle internationaler Zusammenarbeit ebenso angesprochen werden wie die Verantwortung von Politik und die Verantwortung jedes/jeder Einzelnen.

02.06.2005, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit