Der Masterplan Radfahren - Strategie zur Förderung des Radverkehrs in Österreich
Radfahren schont die Umwelt, spart Sprit, entlastet den Verkehr und ist gut für die Gesundheit. In Österreich sind 25 % aller Autofahrten kürzer als 2 km und 50 % aller Autofahrten kürzer als 5 km. Gerade im städtischen Straßenverkehr hat Radfahren großes Potential.
Aus diesem Grund hat das Lebensministerium den Masterplan Radfahren als bundesweiten Impuls für die Förderung des Radverkehrs in Österreich vorgelegt.Eckzahlen zum Radverkehr in Österreich
Der Anteil der am Fahrrad zurückgelegten Wege an allen Wegen beträgt in Österreich ca. 5%, in den Niederlanden 27%, in Dänemark 18%, in Deutschland 10%, in der Schweiz 9% und in Finnland 7,5%. Die Spannweite der Radverkehrsanteile in Österreich reicht vom Spitzenreiter, der Stadt Salzburg, mit 16% bis zum Schlusslicht, der Stadt Wien, mit 3%. Die Gemeinde Bürmoos (S) hat einen Radverkehrsanteil von 46%, die Gemeinde Hargelsberg (OÖ) von 0%.Im Bundesländervergleich liegt Vorarlberg mit 13% ganz vorne, das Burgenland mit 5% am anderen Ende der Skala. Erfolgreiche Beispiele für eine deutliche Steigerung des Radverkehrs durch effiziente Maßnahmen sind die Stadt Salzburg. Im Jahr 1995 betrug der Radverkehrsanteil 12%, im Jahr 2004 lag dieser bereits bei 16%. Die Stadt Langenlois (NÖ) konnte mit dem Projekt „Verkehrsparen Langenlois“ die Quote von 3% (1999) auf 14% im Jahr 2002 erhöhen.
Nutzenpotenziale bei der Umsetzung des Masterplans Radfahren
Werden die vielfältigen Maßnahmen des Masterplans Radverkehr durch alle Akteure umgesetzt, ist das Nutzenpotential hoch: Das Potenzial zur Reduktion von Luftschadstoffen liegt in der Senkung der Feinstaubbelastung, es geht hier um eine Verringerung des Ausstoßes an Stickoxiden um 270 bis 780 Tonnen jährlich. Für den Klimaschutz könnte eine Reduktion von Treibhausgasen (z.B.: CO2-Emission) in der Höhe von 100.000 bis 270.000 Tonnen jährlich realisiert werden. Weitere Potenziale des Masterplans Radfahren liegen in der Verringerung der Belastungen durch den Straßenverkehrslärm. Weiters ist eine Einsparung von 560 Mio. bis 1,6 Mrd. PKW-Kilometer (Reduktion des Gesamttreibstoffverbrauches 30.000 - 85.000 Tonnen) jährlich möglich. Positive Auswirkungen auf Gesundheit und Lebenserwartung sind durch die vermehrte körperliche Aktivität ebenso zu erwarten. Der Gesundheitsnutzen für die Öffentlichkeit würde ca. 165 Mio. Euro jährlich (ca. 0,15 Euro pro gefahrenen Fahrradkilometer) betragen.
Zusatznutzen der Radverkehrsförderung
Die Attraktivierung des Wohn- und Arbeitsumfeldes (öffentlicher Raum) bringt kürzere und attraktivere Wege, eine bessere Verkehrsgestaltung, eine Stärkung der Nahversorgung und der Wirtschaft in den Stadt- und Ortskernen sowie eine Erhöhung der Verkehrssicherheit. Effizienzsteigerungen in der Infrastrukturerrichtung und -erhaltung bringen Kosteneinsparungen (Verkehrsflächen, Parkplätze, etc.). Ein weiterer Nutzen liegt im Bereich der Wirtschaftsförderung, eine Stärkung von Fahrradindustrie / Fahrradhandel / Fahrradreparaturgewerbe bzw. eine Stärkung der Tourismuswirtschaft (z. B.: Radtourismus). Von den positiven Klima-, Umwelt- und Gesundheitseffekten der Radverkehrsförderung profitieren BürgerInnen, Wirtschaft und öffentliche Hand.
Ziele und Strategie für Bund, Länder und Gemeinden
Der Masterplan Radfahren soll einen bundesweiten Impuls für die Radverkehrsförderung in Österreich bewirken und die Maßnahmenumsetzung in Kooperation von Bund, Länder, Kommunen und anderen wichtigen AkteurInnen fördern. Die Förderung des Radverkehrs ist eine effiziente Maßnahme zur Erreichung von Umweltzielen. Sie ist mit einem vergleichsweise geringen Mitteleinsatz verbunden und kann einen spürbaren Beitrag zur Verringerung des Kfz-Verkehrs, gerade auf den kurzen Strecken leisten. Durch entsprechende Maßnahmen kann eine Steigerung des Radverkehrs und seines Anteils am Verkehrsaufkommen erreicht werden. Das zeigt sich an erfolgreichen Umsetzungsbeispielen. Bei gut abgestimmter Umsetzung des in diesem Masterplan zusammengestellten Maßnahmenkatalogs durch Städte, Gemeinden, Länder und den Bund erscheint die gemeinsame Zielsetzung einer Verdoppelung des Radverkehrsanteils im Österreichschnitt auf 10% in einem Umsetzungszeitraum von rund 10 Jahren durchaus erreichbar. Damit könnte Österreich ähnliche Anteile im Radverkehr wie Deutschland, Belgien oder die Schweiz erzielen.
In die Erstellung des Masterplans Radfahren waren PraktikerInnen und ExpertInnen aus Landesregierungen, Städten, sowie aus Verkehrsunternehmen und NGOs aus ganz Österreich eingebunden. Der Entwurf wurde im Zuge eines Konsultationsverfahrens Ministerien, Ländern, Kommunen, Interessensvertretungen und NGOs zur Begutachtung vorgelegt.
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Masterplan Radfahren (PDF 7362,33 kB )
23.06.2009, Lebensministerium V/5


