http://www.umweltnet.at

Infonet Lebensministerium.at

Servicelinks

Hauptnavigation Infonet des Lebensministerium

Inhalt

Dipl.-Ing. Hans Kordik
Foto: Dipl.-Ing. H...

Dipl.-Ing. Hans Kordik – Botschaftsrat für Agrar- und Umweltangelegenheiten in den Vereinigten Staaten von Amerika

(akkreditiert für die bilaterale Botschaft in Washington DC und die Ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York) 

Kontakt: Österreichische Botschaft Washington
3524 International Court, NW
Washington, DC 20008
Tel.: +1 202 895 6707
Fax: +1 202 895 6750
Email: hans.kordik@bmeia.gv.at 

 
Allgemeine Daten zu den Vereinigten Staaten von Amerika
 
Gesamtfläche: 9.809.155 km (Weltrang: 3. Stelle) 

Einwohner: 305 Mio. 
  
Landesstruktur: 50 Bundesstaaten und dem District of Columbia (DC) mit der Bundeshauptstadt Washington
 
Währung: US Dollar (1 € entspricht 1,23 USD – Stand 16. Juni 2010)

Politisches System: Verfassung von 1787; Parlament (Congress) bestehend aus 2 Kammern: Repräsentantenhaus mit 435 Mitgliedern (Wahl alle 2 Jahre) und Senat mit 100 Mitgliedern (2 je Bundesstaat für 6 Jahre gewählt); Wahl des Staatsoberhaupt durch Electoral College alle 4 Jahre (einmalige Wiederwahl); Wahlrecht ab 18 Jahre 

Politische Führung: 

Staats- und Regierungschef: Barack Obama 

Außenministerin: Hilary Clinton 

Innenminister: Ken Salazar 

Handelsminister: Ron Kirk

Finanzminister: Timothy Geithner 

Energieminister: Steven Chu 

Gesundheitsminister: Kathleen Sebelius 

Landwirtschaftsminister: Tom Vilsack 

Umweltministerin: Lisa Jackson


Anteil der LW/FW am BIP: 0,7 %
 
Agrarquote: 1,9 % 
   
Landwirtschaftsfläche: 
Landwirtschaftliche Nutzfläche    373 Mio. ha
Ackerfläche                                 165 Mio. ha
Grünland                                     166 Mio. ha
Forstliche Fläche                          30 Mio. ha
Höfe, Gebäude, Straßen                 12 Mio. ha
 
Agrarstruktur:   < 5 ha                 232.849
                        5-20 ha               620.283
                        20-50 ha             521.051
                        > 50 ha               830.609
                              SUMME                   2.204.792
 
Agrarproduktion:                     
Pflanzenproduktion in Mrd. USD            191,0
Weizen                                              17,5
Mais                                                  51,5
Heu                                                    7.5
Sojabohne                                          29,0
Baumwolle                                            5,5
Obst, Nüsse                                        39,0
Sonstige                                             41,0

Tierproduktion in Mrd. USD                    141,0
Rinderproduktion                                  48,0
Milchwirtschaft                                    35,0
Schweineproduktion                              16,0
Geflügel und Eierproduktion                     37,0
Sonstige                                               5,0 

US Agrarpolitik
Die Landwirtschaft und vor allem der US-Agrarexport mit geschätzten 100 Mrd. USD für 2010 gilt nach wie vor als eines der wichtigsten Sektoren der US Wirtschaft. Die für die amerikanische Landwirtschaft zuständige Administration ist die USDA (www.usda.gov). Der Landwirtschaftsminister, Secretary Tom Vilsack hat kürzlich seine Zielsetzungen bekanntgegeben:

- Lebensmittelsicherheit steht im Vordergrund, da nur mit Vertrauen der eigenen Konsumenten auch neue Märkte geöffnet werden können;
- Zugang zu Nahrungsmitteln verbessern in Regionen, die noch keine Supermärkte besitzen;
- Ausbau der globalen Exportmärkte für US-Lebensmittel;
- Den ländlichen Raum attraktiver gestalten und neue Jobs schaffen.

Farm Bill 2008
Der Finanzrahmen für die Landwirtschaft (Farm Bill) in den USA wird für einen 5-Jahreszeitraum abgesteckt. Die Ausrichtung der Farm Bill 2008 hält an den bisherigen Instrumenten der Farm Bill 2002 fest, jedoch wurde eine Aufstockung des Budgetrahmens auf 307 Mrd. USD vorgesehen. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Farm Bill 2008 lauten:
 
- Obwohl sich die Marktpreise auf Rekordniveau befinden, wurden die Richtpreise (Auslöser für diverse Zahlungen) für die meisten Kulturen angehoben; 
- Neuer Stützungsmechanismus für Zucker; 
- Anhebung der Milchzahlungen bzw. Änderung der Milchstützung zur Senkung der Amber Box; 
- Einführung einer Milchimportabgabe zur Förderung des eigenen Milchabsatzes; 
- Einführung eines neuen Einkommensbezogenen Fördermodells (ACRE); 
- Ausweitung des Budgets für US-Foodstamps; 
- Ausbau der erneuerbaren Energie.

Seit dem 21. April 2010 hat bereits die Diskussion für die Farm Bill 2012 begonnen. Dabei wird die Landwirtschaft einen Beitrag zum Defizitabbau leisten. Als Antwort auf die volatilen Preise werden dem Ernteversicherungsmodell ein stärkeres Augenmerk gewidmet.

Erneuerbare Energie / Biotreibstoffe 
Mit der Unterzeichnung der „Energy Independence and Security Act of 2007“ (Energy Bill 2007) durch den ehemaligen US Präsidenten George W. Bush wurden die Weichen zum Ausbau der Bioethanolproduktion gelegt. Demnach sollten bis zum Jahr 2022 ein Jahresvolumen von 36 Mrd. Gallonen (= 138,6 Mrd. Liter) Ethanol in den USA produziert werden. Von den 36 Mrd. Gallonen dürfen gemäß Energy Bill 2007 lediglich 15 Mrd. Gallonen „konventionell“, d.h. auf Maisbasis erzeugt werden. Die verbleibenden 21 Mrd. Gallonen laufen unter „advanced Biofuels“ (second generation biofuels), d.h. Ethanol welches aus Biomasse erzeugt wird, die nicht unmittelbar in Konkurrenz zur Lebens- oder Futtermittelindustrie steht.
 
Bis zum Jahr 2008 wurde die Ethanolproduktion mit 9 Mrd. Gallonen ausschließlich auf Maisbasis erzeugt. Ab 2009 - mit einem Mandat (renewable fuel standard) von 11,1 Mrd. Gallonen Bioethanol - werden bereits 0,6 Mrd. Gallonen als „advanced Biofuels“ produziert.
 
Zur Erreichung des „renewable fuel standards“ wurden im letzten Jahrzehnt mehrere Ethanolanlagen gebaut. Derzeit gibt es 167 Bioethanolanlagen in den USA. Die meisten dieser Anlagen sind ausgestattet Ethanol auf Maisbasis zu produzieren. Erste Prototypen von Anlagen, die Ethanol aus sonstiger Biomasse produzieren, existieren bereits.
 
Als zusätzlichen Anreiz für die Ethanolproduktion wurde ein US-weiter Beimischungssatz im Ausmaß von 10% rechtlich festgelegt. Demnach können vom jährlichen US-Spritverbrauch im Ausmaß von 148 Mrd. Gallonen ca. 15 Mrd. Gallonen durch Bioethanol ersetzt werden. Nachdem diese Grenze von 15 Mrd. Gallonen spätestens im Jahr 2012 erreicht wird, fordert die Ethanolindustrie bereits jetzt eine Anhebung des Beimischungssatzes. Das Umweltministerium (EPA) arbeite dzt. an einer Studie, um die Auswirkung eines höheren Ethanol-Beimischungssatzes auf die Motoren zu prüfen. 
    
Umweltpolitik / Klimaschutz
Die Environmental Protection Agency (EPA) www.epa.gov wurde 1970 gegründet und ist für die Gesundheit und den Umweltschutz in den USA zuständig. Die EPA übernimmt somit die Funktion eines Umweltministeriums und deckt den Bereich der ökologischen Forschung, Ausbildung und Bewertung ab. 
  
Präsident Obama machte den Klimawandel zum zentralen Thema. So gab er bereits im Jänner 2009 Änderungen bei den Normen für Abgase und Spritverbrauch bekannt. Die wesentlichsten Merkmale der Obama Klimapolitik sind:

- Substantielle Investitionen für erneuerbare Energie;

- Ziel einer möglichst weitgehenden Energieunabhängigkeit; Öl-Importe aus dem Nahen Osten und Venezuela reduzieren;

- Schaffung „grüner“ Arbeitsplätze;

- Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase soll durch ein föderales Emissionshandelssystem gesenkt werden;

Die USA haben ohne verabschiedetes US-Klimagesetz in Kopenhagen verhandelt. Obama verpflichtet sich jedoch für eine Reduktion der Treibhausgase um 17% bis 2020 mit Basisjahr 2005. Nach Annahme der Gesetzesvorlage für eine „Climate Bill“ im Repräsentantenhaus im vergangenen Juni, sind die Arbeiten im Senat ins Stocken gekommen. Am 21. Mai 2010 haben die Senatoren Kerry und Liebermann einen Gesetzesentwurf „The American Power Act“ vorgelegt. Nach Absicht dieser Senatoren sollte dieser Gesetzesentwurf vor der Sommerpause (August) im Senat angenommen werden, um bei der kommenden internationalen Klimaschutzkonferenz in Cancun, Mexiko ein nationales Klimaschutzgesetz zu haben. 
 
Export von österreichsichen Lebensmitteln und Umwelttechnologien 
Die USA sind nach Deutschland und Italien der drittwichtigste Exportmarkt für österreichische Lebensmittel. Ca. 10% der österreichischen Agrar- und Lebensmittel werden in die USA exportiert.
Österreich weißt mit den USA eine positive Handelsbilanz auf.
 
Mit einem Umsatzvolumen von über 100 Mrd. USD ist der US Markt für Nahrungsmittel und Getränke der größte der Welt. Voll im Trend liegen gesunde und natürliche Produkte. Immer mehr Geschmack finden die Amerikaner an traditionell hergestellten, hochwertigen Spezialitäten, wie auch Bio-Produkte. Österreich rangiert „statistisch“ unter den EU Lieferanten außergewöhnlich prominent. Hauptrenner sind dabei die Energy-Drinks, aber auch beim Wein, Backwaren, Käse und Marmeladen konnte Österreich in den letzten Jahren Punkten.
 
Bereits zum dritten Mal hat das Lebensministerium gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreichs (WKÖ) und der Agrarmarkt Austria Marketing GmbH von 21. Mai bis 3. Juni 2010 Österreichwochen in der Supermarktkette „Food Emporium“ in New York abhalten.
 
Die USA sind auch nach Deutschland und der Schweiz der drittgrößte Exportmarkt für österreichische Weine. Die 250 namhaftesten Winzer Österreichs exportieren regelmäßig Wein in die USA. Am 19. März 2010 war HBM Berlakovich in Chicago und hat an einem „Austrian Wine Promotion“ Event teilgenomen. Mit Unterstützung der Österreichischen Weinmarketing (ÖWM) und den Außenhandelsstellen fand am 3. Mai 2010 in San Franzisco und am 5. Mai 2010 in New York die bislang größten österreichischen Weinmessen statt.

Im Umwelttechnologiebereich fehlen den USA die europäischen Erfahrungen mit strengen Emissionsstandards. Dies könnte den spezialisierten österreichischen Anbietern zu Gute kommen. Besondere Marktchancen bestehen beim Abfallmanagement, Luftreinhaltung, Abwasserbehandlung sowie bei Umweltmessgeräten und Software. Aber auch das österreichisches Know How im Bereich der Biomasse-Heizung wird in den USA geschätzt. Um auf österreichisches Know How im Bereich der Umwelttechnologie hinzuweisen, war Herr Bundesminister Berlakovich vom 19.-20. März 2010 in Chicago.

Besonders die im Kongress diskutierten Vorlagen für ein Klimaschutzgesetz in den USA sehen einen Ausbau des Anteils der erneuerbaren Energien auf 20% sowie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Dies lockt täglich ausländische Investoren an. Österreich genießt das Renommee aufgrund des hohen Anteils an erneuerbarer Energie sowie die höchsten Pro-Kopf-Anteil an Passivhäusern. Vor allem aber punkten wir mit der energieautarken Modellregion Güssing, da das Klimaschutzgesetz vor allem auf „energy independence“ abzielt.
 
Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika: www.usda.gov  

Umwelt: Agentur Environmental Protection Agency der Vereinigten Staaten von Amerika: www.epa.gov  

07.07.2010, Lebensministerium III/1